Analyten Molekulargenetik

Anämie, sideroblastische (ALAS2, SLC25A38)

OMIM: 300751, 205950
Diagnostik:

Sequenzierung
Gene: ALAS2, SLC25A38

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 3-4 Wochen
Formulare:  

Die sideroblastischen Anämien sind eine heterogene Gruppe von erblichen und erworbenen Erkrankungen, die durch die Anwesenheit von Ring-Sideroblasten im Knochenmark charakterisiert sind. Zwei häufige erbliche Formen sind die X-gekoppelte, sideroblastische Anämie Typ1 und die autosomal-rezessive, sideroblastische Anämie Typ 2.

Die X-gekoppelte, sideroblastische Anämie Typ 1 (XLSA) wird durch Mutationen im ALAS2-Gen (Xp11.21) verursacht, das für die Delta-Aminolaevulinsäure-Synthase kodiert. Die weiblichen Anlageträger sind meist klinisch unauffällig. Männliche Patienten (Hemizygotie) entwickeln eine hypochrome mikrozytäre Anämie, die im Allgemeinen mild bis mäßig ausgeprägt ist und durch eine defekte Häm-Synthese und eine ineffektive Erythropoese charakterisiert wird. Die Anämie kann in jedem Alter auftreten und geht einher mit einer Eisenüberladung der Mitochondrien der Erythroblasten. Einige Patienten sind symptomfrei. Charakteristische Symptome sind: Schwäche, Atemnot, Splenomegalie, kardiale Probleme, Blässe, Mattigkeit, gestörte Leberfunktion, Hyperglykämie, Glukoseintoleranz und vermehrte Hautpigmentierung. Zur Vermeidung einer Eisenüberladung ist eine frühe Diagnose der Anämie entscheidend. Die Behandlung basiert dann v.a. auf der Supplementierung mit Folsäure und gegebenenfalls mit Pyridoxin. Bei schon bestehender Eisenüberladung werden die Patienten mit Aderlässen, Chelatbildnern oder einer Kombination von beiden behandelt.

Die autosomal-rezessive sideroblastische Anämie Typ2 ist eine schwere Erkrankung, die auf Mutationen im SLC25A38-Gen (3p22.1) zurückzuführen ist. Patienten entwickeln häufig im Kleinkindalter eine mikrozytäre Anämie. Therapeutisch stehen regelmäßige Transfusionen, die Eisenchelation und kurativ die allogene Stammzelltransplantation im Vordergrund.

Indikation:

  • Anämie unklarer Ätiologie
  • Ring-Sideroblasten im Knochenmark
  • Verdacht auf Vorliegen einer hereditären Anämie
  • familiäres Vorkommen

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern.

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