Analyten Molekulargenetik

TRAPS-Fieber (TNFRSF1A-Gen)

OMIM: 142680
Diagnostik:

Sequenzierung
TNFRSF1A-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

Das Tumornekrosefaktor-Rezeptor 1-assoziierte periodische Syndrom (TRAPS) ist eine autosomal dominant vererbte, autoinflammatorische Erkrankung, die zu den periodischen Fiebersyndromen gehört und durch anhaltende Fieberschübe charakterisiert ist (siehe auch Familiäres Mittelmeerfieber, Hyper IgD-Syndrom, CAP-Syndrome oder auch Mevalonazidurie).

TRAPS wurde ursprünglich als familiäres Hibernisches Fieber bei einer irischen Familie beschrieben. Die Patienten zeigen meist lang andauernde Episoden mit wechselnden fieberhaften Temperaturen (einige Tage bis hin zu mehreren Wochen), die von lokalisierten Myalgien, einem erythematösen Exanthem und Konjunktivitis mit periorbitalen Ödemen begleitet werden.

Zudem treten abdominale Schmerzen mit wiederholten kolikartigen Bauchschmerzen, Durchfall, Erbrechen oder Appendizitis-ähnlicher Verstopfung auf. In Einzelfällen manifestiert sich eine kutane Kleingefäßvaskulitis und Pannikulitis. TRAPS-Patienten entwickeln häufig eine Amyloidose, die v.a. die Nieren betrifft. Gewöhnlich beginnt die Erkrankung im Alter von unter 4 Jahren, sie kann sich aber auch erst im Erwachsenenalter manifestieren. Die Krankheitsschübe können durch externe Faktoren wie z.B. kleine Verletzungen, Infektionen, Stress oder körperliche Aktivität ausgelöst werden, oft treten sie aber auch spontan, ohne erkennbaren Grund, auf. Zwischen den Schüben sind die meisten Patienten symptomfrei.

Labordiagnostisch fallen während der Fieberschübe erhöhte CRP-Werte, eine Neutrophilie und eine leichte Komplementaktivierung, sowie ein erniedrigter, löslicher TNFR1-Serumspiegel auf. IgA und IgD-Spiegel sind häufig erhöht.

Typische klinische Manifestationen sind:

  • Anhaltendes Fieber unklarer Ursache
  • Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen
    (Arthralgien, Myalgien vor allem des Rumpfes und der Arme)
  • Schmerzhafte, rote, scharf begrenzte Hautausschläge – (Hautläsionen in Form von erythematösen Plaques, wanderndes, erysipelartiges Exanthem am Körperstamm oder/und an den Gliedmaßen)
  • Schmerzen im Brust- und Bauchraum infolge einer Entzündung
  • Probleme des Magen-Darm-Traktes
    (wiederholte kolikartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Appendizitis-ähnliche Verstopfung)
  • Schwellung der Augenregion (Lidödeme, Konjunktivitis)
  • Amyloidose

TRAPS wird verursacht durch Mutationen im TNFRSF1A-(TNF-Rezeptor-Superfamilie-1A)-Gen in der Chromosomenregion 12p13.2. Der Erbgang ist autosomal dominant. Neumutationen und eine unvollständige Penetranz sind beschrieben. Das TNFRSF1A-Gen kodiert den Zellmembran-gebundenen Rezeptor TNFR1. Über die Bindung von TNF-α an den Rezeptor TNFR1 kommt es u.a. zur Zytokinsekretion und damit zu einer Zunahme der akuten entzündlichen Antwort (Aktivierung von Leukozyten mit konsekutivem Fieber). Als negative Rückkopplung wird der extrazelluläre Anteil des Rezeptors nach Stimulation von der Oberfläche abgespalten (shedding) und bindet in löslicher Form freies TNF-α. Die überwiegende Anzahl der bislang beschriebenen Mutationen befinden sich in den Exons 2 – 4 und 6, die für die ersten beiden extrazellulären Rezeptordomänen und die Spaltungsstelle codieren.

Therapeutisch stehen die Gabe von Steroiden, bei Vorliegen eines Rezeptor-Abspaltungsdefekts der lösliche TNF-α-Rezeptor Etanercept und bei Patienten mit Mutationen der Cysteinreste von TNFR1 der  IL-1 Rezeptorblocker Anakinra im Vordergrund.

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern.

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