Analyten Molekulargenetik

Protein S-Mangel (PROS1-Gen)

OMIM: 612336, 614514
Diagnostik:

Sequenzierung, MLPA
PROS1-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

 

Protein S ist ein Vitamin-K-abhängiger Kofaktor des Proteins C und für die Inhibition des Gerinnungsprozesses essentiell. Ein Protein S-Mangel (Aktivität < 40%) ist daher mit einer Thrombophilie (erhöhte Gerinnbarkeit und Thromboemboliegefährdung) assoziiert.

Etwa die Hälfte des Protein S liegt in freier, biologisch aktiver Form vor, die andere Hälfte ist an C4b binding Protein gebunden und funktionell inaktiv. Thrombosen treten insbesondere bei Vorhandensein zusätzlicher Risikofaktoren auf, wie Zustand nach Operation, Unfällen, ruhigstellende Verbände oder Bettlägerigkeit, septische Prozesse, Schwangerschaft, Gabe oraler Kontrazeptiva oder Vorliegen weiterer genetischer Faktoren (siehe auch Protein C-Mangel, Antithrombin-Mangel) , die für eine Thrombophilie prädisponieren.

Klinisch-biochemisch unterscheidet man zwischen dem Typ I-Mangel (verringerte Konzentration und Aktivität), dem Typ II-Mangel (verminderte Aktivität bei normaler Konzen­tration) und dem Typ III-Mangel (normale Konzentration an Gesamt-Protein S, aber verringerte Konzen­tration an freiem Protein S). Die Inzidenz für PROS1-Mutationen bei Patienten mit tiefen Venenthrombosen beträgt ca. 1-2%.

Der Protein S-Mangel wird in der Regel autosomal dominant vererbt und verursacht durch Mutationen im PROS1-Gen, das auf Chromosom 3 kartiert (3q11.2). Einfache Anlageträger einer PROS1-Mutation haben ein erhöhtes Risiko für thrombo­embolische Erkrankungen. Zudem ist das Fehlgeburtsrisiko bei Anlageträgerinnen deutlich erhöht. Die sehr seltene Homozygotie für PROS1-Mutationen führt perinatal zum Krankheitsbild einer Purpura fulminans und ist in der Regel letal. Im PROS1-Gen sind sowohl Sequenzvarianten als auch große Duplikationen und Deletionen bekannt. Diese entstehen aufgrund von Genkonversionen mit den Pseudogen PROS2.

Indikation:

  • rezidivierende Thromboembolien
  • tiefe Venenthrombosen unklarer Ätiologie
  • erniedrigte Protein S-Konzentration/Aktivität im Blut
  • V.a. angeborenen Protein S-Mangel
  • Untersuchung von Verwandten eines Betroffenen

 

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