Analyten Molekulargenetik

Porphyrie, kongenitale erythropoetische (CEP, UROS-Gen)

OMIM: 263700
Diagnostik:

Sequenzierung und CNV-Analyse
UROS-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 4-6 Wochen
Formulare:  

Die Kongenitale Erythropoetische Porphyrie (CEP, Morbus Günther) ist eine seltene Form der Porphyrie und geht einer Akkumulation von Uroporphyrin-I v.a. in der Haut, am Auge, in den roten Blutzellen sowie in den Knochen und Zähnen einher. Der Überschuss an Porphyrinen verursacht eine schwere Photosensibilität der Haut (blasenbildende Photodermatose mit entzündlichen Infekten) und der Augen (Ulzerationen, narbige Veränderungen), Alopezie, hämolytische Anämie, Splenomegalie, Einlagerung der Porphyrinvorläufer in die Zähne (Erythrodontie) und Knochen, Hyper- und Hypopigmentierung, Hypertrichose und eine Rotfärbung des Urins. Das klinische Ausmaß der einzelnen Symptome ist variabel.

Das wiederholte Auftreten von Blasen, Wunden und Hautdefekten führt zu Narben und unbehaarten Arealen auf der Kopfhaut. An den betroffenen Hautarealen können Narbenkarzinome entstehen. Im Bereich des Gesichts und an den Handrücken kann es zu einer vermehrten Behaarung kommen. Die Anämie ist lebenslang transfusionsabhängig und zeigt sich mit Schwächegefühl, Atemnot bei geringer Belastung und Blässe. Das Risiko für Blutungen (z.B. häufiges Nasenbluten) und rezidivierende Infekte ist erhöht. Die Erkrankung manifestiert sich in der Regel bereits im Kindesalter und verläuft chronisch ohne neurologische Symptomatik. (Cave: Phototherapie bei Neugeborenenikterus, Kontraindikation bei CEP, hohes Risiko für schwerste, entstellende Verbrennungen).

Verursacht wird die CEP durch Mutationen im UROS-Gen, das auf Chromosom 10 (10q25.2-q26.3) kartiert und für die Uroporphyrinogen-III-Synthase, dem vierten Enzym im Biosyntheseweg des Häms kodiert. Die CEP wird rezessiv vererbt.

Therapeutisch steht der Schutz vor Sonnenlicht durch geeignete Schutzkleidung und reflektierende Sonnenschutzsalben (Titaniumdioxid- oder Zinkoxid) im Vordergrund. Bei schweren Verläufen von CEP kann eine allogene Stammzelltransplantation in Betracht kommen. Im Unterschied zu den anderen Porphyrietypen gibt es bei der CEP keine durch Medikamente ausgelöste akute Krisen (siehe auch akute intermittierende Porphyrie). Im Allgemeinen sind daher alle Medikamente, die zur Aufrechterhaltung der Gesundheit erforderlich sind, bei der PCT erlaubt.

Indikation:

  • Akkumulation von Porphyrinen und Porphyrinvorstufen (D-ALA, PBG) im Urin
  • Akkumulation von Uroporphyrin-I im Urin und Blut
  • Rotfärbung des Urins und der Zähne
  • Photosensibilität der Haut und der Augen
  • Anämie unklarer Ätiologie
  • Splenomegalie unklarer Ätiologie
  • familiäre Häufung

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern.

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