Analyten Molekulargenetik

Porphyrie, ALAD-Mangel (ALAD-Gen)

OMIM: 125270
Diagnostik:

Sequenzierung und CNV-Analyse
ALAD-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 4-6 Wochen
Formulare:  

Die ALAD-Mangel-Porphyrie (Doss-Porphyrie) ist eine erbliche Störung des Häm-Stoffwechsels und ist gekennzeichnet durch die Akkumulation von 5-Aminolävulinsäure (5-ALA) und Porphobilinogen (PBG). Sie gehört zu den akuten Porphyrien, die meist im Erwachsenenalter auftreten und wird charakterisiert durch akute (in Schüben verlaufende) neurologische Störungen, bei dem sich anfallsartig auftretende Porphyrieattacken mit beschwerdefreien Phasen abwechseln (siehe auch Akute intermittierende Porphyrie).

Die akuten Porphyrieattacken sind oft medikamenteninduziert, können aber auch durch Infektionen, Alkohol, Operationen, Stress, Diät und Hypoglykämien ausgelöst werden. Im Schub zeigen sich klassische neurologische Symptome wie kolikartige, starke Bauchschmerzen, die von Obstipation, Übelkeit und Erbrechen begleitet sein können, Tachykardie, arterielle Hypertonie (Bluthochdruck), Muskelschwäche, Paralysen, Psychosen, zerebrale Krampfanfälle, Parästhesien sowie Paresen. Eine ausführliche Zusammenstellung von Medikamenten (v.a. Cytochrom P450 induzierende Medikamente), die Porphyrieattacken auslösen können, findet sich in der Roten Liste. Therapeutisch stehen wähend einer akuten Attacke die Gabe von Glukose, das die d-ALA-Synthase hemmt bzw. Häm-Arginat (Normosang) im Vordergrund. Durch die Zufuhr von Häm wird das erste Enzym der Hämsynthese und damit die Bildung von Porphobilinogen (PBG) gehemmt.

Verursacht wird die rezessiv vererbte ALAD-Mangel-Porphyrie durch Mutationen im ALAD-Gen, das auf Chromosom 9 (9q33.1) kartiert und für die delta-Aminolävulinsäure-Dehydratase (ALAD) kodiert, dem zweiten Enzym im Biosyntheseweg des Häms.

 

 

Indikation:

Mutationsanalyse bei

  • Akkumulation von Porphyrinen und Porphyrinvorstufen (D-ALA, PBG) im Urin
  • akut einsetzenden, kolikartigen Bauchschmerzen
  • Muskelschwäche unklarer Ursache
  • unklaren neurologischen Störungen
  • familiärer Häufung

 

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