Analyten Molekulargenetik

Muskeldystrophie, kongenitale (CMD)

OMIM: 158810, 254090, 607155, 613205, 607855
Diagnostik:

Sequenzierung: COL6A1, COL6A2, COL6A3, FKRP, LAMA2, LMNA
CNV: FKRP, LAMA2, LMNA

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 4-6 Wochen
Formulare:  

Bei den kongenitalen Muskeldystrophien (CMD) gilt die generalisierte muskuläre Hypotonie als das klinische Leitsymptom. Dieses ist oft bereits bei Geburt oder in früher Kindheit manifest. Die Kinder erreichen die motorischen Meilensteine entweder verzögert oder gar nicht. Die Muskelschwäche verläuft in der Regel progredient und führt häufig zusammen mit Gelenkkontrakturen, einer Skoliose, spinalen Deformitäten und respiratorischer Insuffizienz zu einer verringerten Lebenserwartung.

Die Herzmuskulatur, sowie das vegetative Nervensystems können ebenso betroffen sein. Abhängig vom Subtyp der CMD und dem Alter des Patienten kann der CK-Wert deutlich erhöht bis normal sein. Die meisten Kinder zeigen eine normale kognitive Entwicklung. Basierend auf dem krankheitsverursachenden Gen und der zellulären Lokalisation des davon kodierten Proteins unterscheidet man verschiedene Formen der CMD. In der Muskelbiopsie zeigen sich charakteristische dystrophe Veränderungen, ohne Nachweis der für die Kongenitalen Myopathien typischen strukturellen Veränderungen. Die die kongenitalen Muskeldystrophien sind selten und kommen mit einer Inzidenz von ca. 0,68 – 2,5 : 100 000 vor.

Mutationen in verschiedenen Genen, die für Proteine mit sehr unterschiedlichen zellulären Funktionen kodieren z.B. für Proteine der Zellkernmembran oder des endoplasmatischen Retikulums, Strukturproteine der extrazellulären Matrix, Proteine des Phospholipidstoffwechsels und der Glykosylierung, werden als ursächlich für die verschiedene CMD Krankheitsbilder (z.B. Ullrich- und Bethlem-Myopathie, Walker-Warburg-Syndrom, Muskel-Auge-Gehirn-Erkrankungen (MEB), MCD1A) angesehen. Die meisten Formen der CMD werden autosomal rezessiv vererbt. Eine Ausnahme bilden die Kollagen VI-assoziierten Formen (Gene COL6A1, COL6A2, COL6A3), die autosomal rezessiv oder autosomal dominant vererbt werden können. Weitere Ausnahme bildet die LMNA-abhängige kongenitale Muskeldystrophie, die in der Regel auf dominanten de novo Mutationen beruht, die dann zu sporadischen Erkrankungsfällen mit unauffälliger Familienanamnese führen.

 

NGS-Basispanel Muskeldystrophien, kongenitale (< 25 kb)
COL6A1, COL6A2, COL6A3, FKRP, LMNA, LAMA2

 

siehe auch
Muskeldystrophie Duchenne / Becker
Gliedergürtel-Muskeldystrophie
Neuromuskuläre Erkrankungen – allgemeine Informationen

Zusätzliche Downloads: