Analyten Molekulargenetik

Kardiomyopathie, hypertrophe – Paneldiagnostik

OMIM: 115197, 192600, 115195
Diagnostik:

Sequenzierung: ACTC1, ACTN2, ANKRD1, CSRP3, JPH2, MYBPC3, MYH7, MYL2, MYL3, PLN, PRKAG2, TCAP, TNNC1, TNNI3, TNNT2, TPM1 (<25kb-Panel) CNV: MYBPC3, MYH7

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 6-8 Wochen
Formulare:  

Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die häufigste hereditäre Herzerkrankung und tritt mit einer Prävalenz von ca. 1:500 auf. Bei der HCM kommt es zur strukturellen Veränderung des Herzmuskels, was insbesondere zu einer Verdickung der linken Herzkammer führt. Infolgedessen können die Herzkranzgefäße den Herzmuskel nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgen und die Blutzufuhr im Kreislauf wird gestört. Die HCM kann in zwei Typen unterschieden werden: 1. Hypertrophische nichtobstruktive Kardiomyopathie (HNCM) ohne eine Verengung der Herzkammer (ca. 30%) und 2. Hypertrophische obstruktive Kardiomyopathie (HOCM) mit einer Verengung der linken Herzkammer, wobei die Symptome häufig schwerer sind als bei den HNCM-Patienten (ca. 70%).

Das Erkrankungsalter von HCM-Patienten ist sehr unterschiedlich und die ersten Symptome können bereits im Säuglingsalter auftreten, häufig beginnen die Beschwerden jedoch erst im Adoleszenten- und Erwachsenenalter. Die Ausprägung des Krankheitsbildes der HCM-Patienten ist sehr variabel und reicht von benignen, unvollständig penetranten bis hin zu schwer malignen Formen. Häufige Symptome der HCM-Patienten sind u.a. Atemnot bei Belastung oder ggf. auch bei Ruhe, Leistungsminderung, Schwächegefühl, Ödeme in der Lunge und in der Körperperipherie insbesondere den Beinen, Schwindel oder plötzlichem Bewusstseinsverlust und Ohnmacht. Die schwerwiegendsten Symptome einer HCM sind akutes Herzversagen sowie lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen. Die HCM folgt einem autosomal-dominanten Erbgang, wobei es sich bei ca. 50% um Neumutationen (de novo Muationen) handelt. Bisher sind etwa 2000 pathogene Mutationen in über 40 Gene nachgewiesen worden, die ursächlich für eine HCM sind. Etwas 80% der bekannten Mutationen sind dabei in den Genen MYBPC3 (30-40%), MYH7 (20-30%), TNNT2 (3-5%) und TNNI3 (<5%) lokalisiert.

Die Diagnostik einer HCM erfolgt zuerst mittels spezieller Untersuchungen wie z.B. Herzultraschall, Elektrokardiogramm (EKG), Herzkatheteruntersuchung sowie in speziellen Fällen auch mittels Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT). Da es sich bei der HCM um eine hereditäre Erkrankung handelt, wird häufig in einer weiterführenden Diagnostik eine molekulargenetische Analyse durchgeführt. Mit dem verwendeten Basispanel in der Routinediagnostik können in etwa 60% der HCM-Patienten ursächliche Mutationen nachgewiesen werden. Die Behandlung betroffener Patienten erfolgt anschließend basierend auf der phänotypischen Ausprägung und den Symptomen bei dem Patienten. Grundsätzlich sollten sich die HCM-Patienten körperlich schonen. Zudem werden die Herzrhythmusstörungen ggf. mit Medikamenten wie z.B. Betablockern behandelt. In besonders schweren Fällen werden zusätzlich operative oder interventionelle Verfahren zur Behandlung der Patienten eingesetzt.

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