Analyten Molekulargenetik

Hyper IgD-Syndrom (HIDS, MVK-Gen)

OMIM: 260920
Diagnostik:

Sequenzierung
MVK-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

Das Hyper IgD-Syndrom (HIDS) ist eine autoinflammatorische, autosomal rezessiv vererbte Erkrankung und gehört zu den seltenen angeborenen periodischen Fiebersyndromen (siehe auch Familiäres Mittelmeerfieber, TRAPS-Fieber, CAP-Syndrome oder auch Mevalonazidurie). HIDS ist charakterisiert durch periodische Attacken mit Fieber und systemischen Entzündungsreaktionen (v.a. zervikale Lymphadenopathie, abdominale Schmerzen mit Erbrechen und Diarrhoe, Polyarthralgien, Arthritiden großer Gelenke, Kopfschmerzen und Hautveränderungen, meist makulopapulöse Exantheme, seltener aphthöse Ulzerationen der Mund- oder Genitalschleimhaut). Die Fieberschübe treten spontan auf, können aber auch durch exogene Noxen wie z.B. Stress, Bagatelltraumata, chirurgische Eingriffe und Impfungen ausgelöst werden. In der Regel beginnt die Krankheit im ersten Lebensjahr mit Fieberattacken, die zwischen vier und sieben Tagen andauern und etwa alle vier bis sechs Wochen rezidivieren.  Die Frequenz der Attacken nimmt mit zunehmendem Alter ab. Spätkomplikationen sind bei Erwachsenen selten (v.a. Amyloidose, Adhäsionen im Bauchraum und, sehr selten, Gelenkkontrakturen).

Während der Fieberattacken finden sich labordiagnostisch unspezifische Entzündungszeichen mit Leukozytose, CRP- und SAA-Erhöhung und häufig erhöhte Serumkonzentration von Immunglobulin IgD (> 100 IU pro mL). Die Serumkonzentration von IgA ist bei den meisten Patienten kontinuierlich erhöht. Die Ausscheidung von Mevalonsäure (Mevalonat) im Urin kann erhöht sein.

HIDS wird verursacht durch Mutationen im MVK-Gen, das auf dem kurzen Arm von Chromosom 12 lokalisiert ist (2p21) und die Mevalonatkinase kodiert. MVK ist eines der Schlüsselenzyme der Cholesterinbiosynthese (Isoprenoid- und Sterol-Biosyntheseweg). Bei den Patienten ist die Aktivität von MVK vermindert, während Mutationen, die einen kompletten Funktionsverlust verursachen, zum schweren Krankheitsbild der Mevalonazidurie führen.

Die Therapie ist symptomatisch. Im Vordergrund  stehen die Behandlung mit hochdosiertem Prednison, dem Interleukin 1 (IL-1)-Rezeptor-Antagonisten Anakinra und dem Tumornekrosefaktor (TNF)-alpha-Inhibitor Etanercept.

Indikation:

  •  V. a. Hyper-IgD-Syndrom mit periodischem Fieber
  • rezidivierende Fieberschübe unklarer Ätiologie
  • erhöhte IgD-Serumspiegel
  • vermehrte Ausscheidung von Mevalonsäure im Urin
  • Vorkommen von HIDS in der Familie

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Patienten.

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