Analyten Molekulargenetik

MODY 6, NEUROD1-Gen / Maturity Onset Diabetes of the Young Typ 6

OMIM: 606394
Diagnostik:

Sequenzierung, MLPA
NEUROD1-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

Eine besondere Form des nicht insulinabhängigen Diabetes mellitus Typ 2 ist der „Maturity Onset Diabetes of the Young“ (MODY).  MODY ist eine monogen erbliche Form des Diabetes mellitus und entsteht durch Mutationen in mindestens 11 Genen (MODY – 1 bis 11). Klinischen Untersuchungen zufolge sind etwa 1 bis 2 % der Patienten mit Diabetes mellitus an einer Form des MODY-Diabetes erkrankt. Der Literatur nach wird eine hohe Anzahl an MODY-Patienten als Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 fehldiagnostiziert und nicht adäquat therapiert. In seltenen Fällen wird MODY durch Mutationen im NEUROD1-Gen (MODY Typ 6) ausgelöst.

Diagnostische Kriterien für die Mehrzahl der MODY 6-Patienten sind: frühe Manifestation, das Fehlen diabetesspezifischer Autoantikörper, der schleichende Beginn, der anfangs zumeist über eine vergleichsweise milde Hyperglykämie auffällt und eine Störung der pankreatischen Beta-Zell-Funktion. Unbehandelt entwickeln sich bei MODY 6-Patienten nahezu alle Spätkomplikationen, wie sie auch bei Typ 2-Diabetikern beschrieben sind. MODY 6-Patienten müssen in der Regel über eine Insulin-Therapie eingestellt werden.

MODY 6 wird verursacht durch Mutationen im NEUROD1-Gen, dass auf dem langen Arm von Chromosom 2 liegt (2q31.3 ). Das NEUROD1-Gen kodiert einen Transkriptionsfaktor, der über die Bindung an die Promotorregion des Insulin-Gens die Expression des INS-Gens reguliert. Liegen Mutationen im NEUROD1-Gen vor, kommt es zu einer pathologisch erniedrigten Insulinbildung. Der Erbgang ist autosomal dominant, die Penetranz mit ca. 80-90% sehr hoch.

Indikation:

  • Manifestationsalter in der frühen Adoleszenz
  • keine GAD- und / oder IA2- Antikörper (Ausschluss Typ 1-Diabetes)
  • Positive Familienanamnese, autosomal-dominante Vererbung
  • Diabetes ohne Adipositas
  • progressive Hyperglykämie im Alter
  • keine Insulin-Resistenz

Neueren Studien zufolge sind die genannten Indikationen nicht für alle Falle von MODY zutreffend. So schliessen fehlende Diabetesfälle in der Familie einen MODY nicht aus, da der Diabetes bei den milden Formen häufig nicht erkannt wird. Zudem werden ca. 40% der MODY-Patienten erst nach dem 25. Lebensjahr diagnostiziert. In ca. 8% der MODY-Fälle treten “de novo” Mutatonen erstmals in der Familie auf und ca. 8-9% der unter 30-jährigen MODY-Patienten sind nicht schlank, sondern übergewichtig.

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern.

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