Analyten Molekulargenetik

MODY 4, PDX1-Gen / Maturity Onset Diabetes of the Young Typ 4

OMIM: 606392
Diagnostik:

Sequenzierung, MLPA
PDX1-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

Eine besondere Form des nicht insulinabhängigen Diabetes mellitus Typ 2 ist der „Maturity Onset Diabetes of the Young“ (MODY).  MODY ist eine monogen erbliche Form des Diabetes mellitus und entsteht durch Mutationen in mindestens 11 Genen (MODY – 1 bis 11). Klinischen Untersuchungen zufolge sind etwa 1 bis 2 % der Patienten mit Diabetes mellitus an einer Form des MODY-Diabetes erkrankt. Der Literatur nach wird eine hohe Anzahl an MODY-Patienten als Diabetes mellitus Typ 1 oder Typ 2 fehldiagnostiziert und nicht adäquat therapiert. Etwa 1% der MODY-Fälle werden durch Mutationen im PDX1-Gen (MODY Typ 4) ausgelöst.

Diagnostische Kriterien für die Mehrzahl der MODY 4-Patienten sind: frühe Manifestation, das Fehlen diabetesspezifischer Autoantikörper, der schleichende Beginn, der anfangs zumeist über eine vergleichsweise milde Hyperglykämie auffällt und eine Störung der pankreatischen Beta-Zell-Funktion. Charakteristisch beim MODY 4 ist ein insgesamt milder Krankheitsverlauf. Bei Vorliegen von zwei Mutationen im PDX1-Gen kann es zur Pankreas-Agenesie (-Aplasie) mit neonatalem Diabetes kommen. Unbehandelt entwickeln sich bei MODY 4-Patienten nahezu alle Spätkomplikationen, wie sie auch bei Typ 2-Diabetikern beschrieben sind. MODY 4-Patienten sind in der Regel über einen längeren Zeitraum hinweg mit dietätischen Maßnahmen bzw. oralen Antidiabetika ohne Insulin-Therapie gut einzustellen.

MODY 4 wird verursacht durch Mutationen im PDX1-Gen, dass auf dem langen Arm von Chromosom 13 liegt (13q12.2). Das PDX1-Gen kodiert den Transkriptionsfaktor IPF1, der eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung und Funktion des Pankreas und der pankreatischen Beta-Zellen spielt. Liegen Mutationen im PDX1-Gen vor, kommt es zu einer pathologisch erniedrigten Insulinbildung. Der Erbgang ist autosomal dominant, die Penetranz mit ca. 80-90% sehr hoch.

Indikation:

  •     Manifestationsalter in der frühen Adoleszenz
  •     keine GAD- und / oder IA2- Antikörper (Ausschluss Typ 1-Diabetes)
  •     Positive Familienanamnese, autosomal-dominante Vererbung
  •     Diabetes ohne Adipositas
  •     progressive Hyperglykämie im Alter
  •     keine Insulin-Resistenz
  •     Pankreasaplasie mit neonatalem Diabetes

Neueren Studien zufolge sind die genannten Indikationen nicht für alle Falle von MODY zutreffend. So schliessen fehlende Diabetesfälle in der Familie einen MODY nicht aus, da der Diabetes bei den milden Formen häufig nicht erkannt wird. Zudem werden ca. 40% der MODY-Patienten erst nach dem 25. Lebensjahr diagnostiziert. In ca. 8% der MODY-Fälle treten “de novo” Mutatonen erstmals in der Familie auf und ca. 8-9% der unter 30-jährigen MODY-Patienten sind nicht schlank, sondern übergewichtig.

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern.

GDE Error: Requested URL is invalid

Zusätzliche Downloads:

[jpshare]