Analyten Cytogenetik

Mikrodeletions-Syndrome

OMIM:
Diagnostik:

Metaphasen FISH mit Sonden spezifisch für die Loci der Mikrodeletionen

Material:

Metaphasechromosomen aus Lymphocytensuspensionen,
sowie aus kultivierten und präparierten Amnionzellen,
Chorionzotten oder Abortmaterial

Analysezeit: i: d. R. im Rahmen einer Chromosomenanalyse innerhalb von 21 bzw. 28 Tage
Formulare:  

Mikrodeletionen-Syndrome entstehen durch einen Chromosomenstückverlust, der unterhalb der mikroskopisch nachweisbaren Auflösungsgrenze von ca. 5 bis 10 Megabasen liegt und in der Regel mehrere Gene umfasst. Sie werden daher auch als Contiguous Gene Syndrome bezeichnet. Nachfolgend sind die Mikrodeletionen aufgeführt, die in unserem Labor routinemäßig mittels FISH untersucht werden können:

Molekulargenetisch betrachtet entstehen Mikrodeletionen durch eine ungleiche Rekombination von repetitiven Sequenzen während der Meiose. Sie können sowohl de novo auftreten oder auch von einem Elternteil vererbt werden, bei dem die Deletion von milder Ausprägung ist oder eine balancierte Translokation der betroffenen Region vorliegt.

In den letzten Jahren sind mehr als 30 Mikrodeletions- und oder Duplikationssyndrome beschrieben worden, die mit klinischen Auffälligkeiten und überwiegend mit einer mentalen Retardierung einhergehen. Die Verdachtsdiagnose erfolgt aufgrund des auffälligen Phänotyps.
Die Diagnostik wird zunächst überwiegend mittels kommerziell erwerblichen spezifischen DNA-Sonden durchgeführt, die die jeweils kritische Region des Deletionsbereichs abdecken. In einigen Fällen erfolgt eine weitere Charakterisierung des Deletionsbereichs oder weiterer Loci mit molekulargenetischen Methoden (z. B. MLPA, Sequenzierung)

Liegt eine unspezifische Symptomatik vor, können Mikrodeletionen oder -Duplikationen durch die hochauflösendere Molekulare Karyotypisieung (Array CGH) entdeckt werden.

Indikationen:

  • Abhängig von den jeweiligen phänotypischen Ausprägungen der Mikrodeletionssyndrome (s. u.)

Abbildung Mikrodeletion:
FISH an Metaphasechromosomen kultivierter Amnionzellen mit einer DNA-Sonde spezifisch für eine Mikrodeletion in 22q11.2, assoziiert u.a. mit dem DiGeorge-Syndrom. Die FISH-Analyse zeigt das Vorliegen von regelrechten Signalen für die Region D22S75 in 22q11.2 (orange) und der Kontrollsonde ARSA in 22q13.3 (grün) auf einem homologen Chromosom 22, während auf dem zweiten Chromosom 22 nur Signale der Kontrollregion ARSA (grün) nachweisbar sind. Dieses Ergebnis deutet auf eine Mikrodeletion in der Bande 22q11.1in D22S75 hin. DNA-Sonde: Abbott

 

Abbildung FISH
Abbildung FISH mit der Sonde D22S75/ARSA (22q11.2/22113.3) an einem Interphasezellkern.
Die FISH-Analyse zeigt ein regelrechtes Signalmuster entsprechend zwei Signalen für die Region D22S75 (orange) und der Kontrollsonde ARSA (grün). Dieses Ergebnis gibt keinen Hinweis auf eine Deletion in der Region 22q11.2.

Weitere Informationen zur FISH Diagnostik finden Sie hier.

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