Analyten Molekulargenetik

Li-Fraumeni-Syndrom

OMIM: 151623
Diagnostik:

Sequenzierung, MLPA
TP53-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

In über 50% der Fälle liegt dem Li-Fraumeni Syndrom eine Mutation im TP53-Gen zugrunde. In einigen wenigen Familien mit Li-Fraumeni-like Syndrom lassen sich Mutationen im CHEK2-Gen nachweisen. Das Gen TP53 liegt auf der chromosomalen Bande 17p13.1 und kodiert für den Tumorsuppressor p53. Bei Vorliegen einer angeborenen Mutation im TP53-Gen ergibt sich durch diese Genveränderung ein deutlich erhöhtes Risiko, bestimmte Krebserkrankungen (s.u.) zu entwickeln.

Dabei können diese Tumore bereits früh im Leben auftreten, so dass die Hälfte der betroffenen Patienten bereits vor dem 30. Lebensjahr eine entsprechende Erkrankung entwickelt hat. 15-30% der betroffenen Patienten werden nach erfolgreich behandelter Krebserkrankung im Verlauf des Lebens weitere Tumore entwickeln.

Das klassische Li-Fraumeni Syndrom ist durch folgende Kriterien gekennzeichnet:

  • Ein Ratsuchender mit einem Sarkom vor dem 45. Lebensjahr

UND

  • Vorkommen eines Karzinoms irgendeiner Lokalisation vor dem 45. Lebensjahr bei einem Verwandten ersten Grades

UND

  • ein Verwandter ersten oder zweiten Grades mit einem Karzinom irgendeiner Lokalisation vor dem 45.Lebensjahr oder einem Sarkom in egal welchem Alter

Das Li-Fraumeni-like Syndrom ist durch folgende Kriterien gekennzeichnet:

  • ein Ratsuchender mit einem Tumor in der Kindheit bzw. Sarkom, Hirntumor oder Nebennierenrindentumor vor dem 45. Lebensjahr

UND

  • ein Verwandter ersten oder zweiten Grades mit einem typischen Li-Fraumeni Tumor (Sarkom, Brustkrebs, Hirntumor, Nebennierenrindentumor oder Leukämie)

UND

  • ein Verwandter ersten oder zweiten Grades mit einem Karzinom irgendeiner Lokalisation vor dem 60. Lebensjahr

Die häufigsten Tumorerkrankungen, die in Familien mit einer TP53-Mutation auftreten können. sind Brustkrebserkrankungen, Karzinome der Nebenniere, des Gehirns, sowie Sarkome (Tumore, die dem Bindegewebe entstammen und entweder im Knochen oder Weichteilgewebe auftreten). Auch andere Krebserkrankungen können in diesen Familien vorkommen.

Das Li-Fraumeni-Syndrom wird autosomal dominant vererbt, das bedeutet, für Nachkommen eines Betroffenen bzw. eines Anlageträgers besteht eine Wahrscheinlichkeit von 50%, die genetische Veranlagung für das Li-Fraumeni-Syndrom zu erben.

Als besondere Vorsorgeuntersuchungen wird für Patienten mit Li-Fraumeni-Syndrom empfohlen:

Für Kinder (jährlich):

  • eine komplette körperliche Untersuchung
  • Urinanalyse
  • großes Blutbild und -profil
  • Bauchultraschall, Ultraschall der Nieren
  • besondere Untersuchungen abhängig vom Tumorspektrum in der Familie, z.B. MRT des Kopfes bei Hirntumoren

Für Erwachsene:

  • alle 12 Monate eine körperliche Untersuchung, eine Hautuntersuchung sowie eine Urin- und Blutanalyse (einschließlich der Bestimmung des 17-Hydroxyprogesterons)
  • alle 6 Monate Abtasten und Ultraschall der Brust
  • alle 12 Monate MRT Brust, ggf. Mammografie
  • ggf. Ganzkörper-MRT; Ultraschall der Bauchorgane und ableitenden Harnwege
  • MRT des Kopfes

Bei der gesamten Vorsorge sollte berücksichtigt werden, dass die Strahlenbelastung möglichst gering gehalten wird, da eine besondere Sensibilität gegenüber Strahlen beim Li-Fraumeni Syndrom nicht auszuschließen ist.

Es gibt erste Studien, die belegen, dass durch die besondere Vorsorge die Chancen langfristig gesund zu bleiben für die Patienten mit einer TP53-Mutation deutlich erhöht werden.

Zusätzliche Downloads:

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