Analyten Molekulargenetik

Hämochromatose Typ 4 (SLC40A1-Gen)

OMIM: 606069
Diagnostik:

Sequenzierung, MLPA
SLC40A1

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 2 Wochen
Formulare:  

Hämochromatose Typ 4 (auch Ferroportin-Erkrankung genannt) ist eine autosomal dominant vererbte Form der hereditären Hämochromatose, einer Gruppe erblicher Krankheiten mit exzessiver Eisenspeicherung. Ursache der Hämochromatose Typ 4 sind Mutationen im SLC40A1-Gen (2q32), dass den Eisen-Exporter Ferroportin (FPN) kodiert. Ferroportin wird negativ durch das Hormon Hepcidin reguliert.

Die Ferroportin-Erkrankung wird in 2 Subtypen eingeteilt. Die Form A der Ferroportin-Krankheit ist häufiger, verläuft meist symptomlos ohne Gewebsschädigung und fällt oftmals erst im vorangeschrittenem Alter auf. In seltenen Fällen werden Komplikationen in Form von Leberschäden mit Fibrosierung beschrieben. Die seltenere Form B der Ferroportin-Krankheit kann bereits Kinder betreffen und ähnelt klinisch der klassischen Form Hämochromatose Typ 1.

Beim Typ A liegen meist “loss-of-function”-Mutationen vor, die einen Export des Eisens aus der Zelle verhindern und zu einer verstärkten Eisenablagerung in den Makrophagen der Milz und der Leber (Kupferzellen) führen, mit konsekutiv erhöhter Serum-Transferrinsättigung. Die Form A der Ferroportin-Krankheit ist gekennzeichnet durch hohe Ferritin-Serumspiegel bei normaler oder niedriger Transferrinsättigung. Aderlässe werden nicht von allen Patienten mit der Form A gut vertragen. Das Risiko für die Entwicklung einer Anämie ist erhöht.

Beim Typ B liegen meist “gain-of-function”-Mutationen vor, die zu einer gesteigerte Funktion des Proteins mit voller Eisenexport-Kapazität führen und eine Resistenz gegenüber einer Regulation durch Hepcidin bewirken. In der Folge kommt es, ähnlich den Hämochromatose-Formen 1-3, zu einem starken Eisenexport. Die Form B der Ferroportin-Krankheit ist gekennzeichnet durch hohe Ferritin-Serumspiegel und eine hohe Transferrinsättigung. Durch eine Entfernung von überschüssigem Eisen mit Hilfe therapeutischer Aderlässe (Phlebotomie-Therapie) lassen sich im frühen Verlauf der Krankheit irreversible Organschäden vermeiden.

Indikation:

  • Erstsymptome: Müdigkeit, Lethargie, Infektanfälligkeit
  • Arthritiden
  • Libidoverlust, Impotenz, Infertilität, Amenorrhoe
  • Folgesymptome: Diabetes mellitus (“Bronzediabetes”), Kardiomyopathie, Leberfunktionsstörungen

Zusätzliche Downloads:

[jpshare]