Analyten Molekulargenetik

Darmkrebs, MUTYH assoziierte Polyposis (MAP)

OMIM: 608456
Diagnostik:

Sequenzierung, MLPA
MUTYH-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 3 - 4 Wochen
Formulare:  

MUTYH assoziierte Polyposis (MAP) wurde 2002 zum ersten Mal beschrieben und verhält sich klinisch in abgeschwächter Form wie die Familiäre adenomatöse Polyposis (FAP). MUTYH ist Teil des Basenreparatursystems, das die DNA vor oxidativen Schäden schützen soll. Bei homozygot oder compound heterozygot vorliegenden Mutationen kommt es zu Mutationen in Tumorgenen wie dem APC-Gen oder KRAS-Gen (Gentest bei Darmkrebs). 

Kolon-Adenome und Karzinom (Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. med. S. Schröder)

Kolon-Adenome und Karzinom

(Quelle: mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. med. S. Schröder)

Die MAP ist ein autosomal-rezessiv erbliches Tumorsyndrom mit deutlich erhöhtem Risiko für die Entwicklung eines Kolonkarzinoms (lebenslang ca. 43%), aber auch von nicht intestinalen Tumoren (Ovar, Blase, Haut, Brust und Talgdrüsen). Das MUTYH-Gen liegt auf Chromosom 1p34.3-1p32.1.

Klinisch findet man bei Patienten mit einer MAP meist zwischen 10 und 100 Polypen im Kolon mit einem mittleren Erkrankungsalter eines Kolonkarzinomes von ca. 50 Jahren. Es sind jedoch auch Patienten mit einer MAP beschrieben, bei denen keine Polyposis vorliegt. Unter den Polypen findet man gehäuft hyperplastische Polypen, aber auch serratierte Adenome. Histologisch ähneln die MAP assoziierten Kolonkarzinome denen der HNPCC (Lynch-Syndrom) mit Präferenz im proximalen Anteil des Kolons, meist muzinöser Komponente und vermehrter lymphozytärer Tumorinfiltration.

Heterozygote Träger einer MUTYH Mutation haben wahrscheinlich ein 2-3 fach erhöhtes Risiko, an einem Kolonkarzinom zu erkranken.

Indikation:

  • Kolonpolypen (10 bis 100) ohne Hinweis auf Vorliegen der Familiären adenomatösen Polyposis (FAP)
  • kolorektales Karzinom unklarer Ätiologie
  • spätere Erstmanifestion im Vergleich zur FAP
  • klinisch abgeschwächter Verlauf im Vergleich zur FAP

Für die Vorsorge werden regelmäßige Koloskopien ab dem 30. Lebensjahr empfohlen. Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern und ermöglicht auch die klinisch schwierige Abgrenzung zur attenuierten Verlaufsform der FAP.

Einen zum Thema Darmkrebs passenden Artikel aus dem Hamburger Ärzteblatt (Autoren: Prof. Dr. med. Sören SchröderFrau Dr. med. Usha Peters, Dr. Dr. habil. Martin Keuchel) möchten wir Ihnen hier vorstellen:

Download (PDF, 586KB)

Zusätzliche Downloads:

[jpshare]