Analyten Molekulargenetik

Brustkrebs, Familiärer (CHEK2-Gen)

OMIM: 114480
Diagnostik:

Stufendiagnostik:
Stufe 1: Mutation c.1100delC im CHEK2-Gen
Stufe 2: Sequenzierung des CHEK2-Gens zum Nachweis seltener Mutationen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 1 - 2 Wochen
Formulare:  

In etwa 5-10 % der Fälle liegt einem Mamma-Karzinom eine monogen erbliche Form zugrunde. Bislang sind zwei „Brustkrebs-Gene“ (BRCA1, BRCA2) bekannt, die in mutierter Form zum familiär-erblichen Brust- und Eierstockkrebs führen können. Mutationen in den Genen RAD51C und RAD51D sind vergleichsweise selten, führen aber zu einer signifikanten Erhöhung des Risikos insbesondere für Eierstockkrebs. Darüber hinaus kennt man einige „Niedrig-Penetranz-Gene“, die das Brust­krebs-Risiko modifizieren können. CHEK2 ist eines dieser Gene; die häufigste pathogene CHEK2-Mutation ist eine Deletion im Exon 11 (CHEK2,c.1100delC). Diese Veränderung erhöht das Brustkrebsrisiko moderat (etwa 3-5 fach). Bei etwa 4 % der Familien mit erblichem Brustkrebs wird die o.g. CHEK2-Mutation nachgewiesen.

Die Höhe des aus dieser Mutation entstehenden Risikos ist abhängig von der Familienvorgeschichte. Anbei das ermittelte Brustkrebsrisiko für Frauen mit o.g. CHEK2-Mutation im Heterozygotenstatus (J Clin Oncol. 2011; 29(28):3747-52):

  • 20% in Familien ohne Brustkrebserkrankung
  • 28%, wenn eine Verwandte zweiten Grades an Brustkrebs erkrankt ist
  • 34%, wenn eine Verwandte ersten Grades an Brustkrebs erkrankt ist
  • 44%, wenn eine Verwandte ersten und eine Verwandte zweiten Grades an Brustkrebserkrankt ist

Laut einer Studie (Weischer et al, J clin Oncol 2008) aus dem Jahr 2008 führt der Nachweis der Mutation im CHEK2-Gen in „Brustkrebsfamilien“ zu einem vergleichbar hohen Brustkrebsrisiko wie eine BRCA1- oder BRCA2-Mutation. Auch das Risiko für Prostatakarzinome und Dickdarmkarzinome scheint durch die CHEK2-Mutation etwas erhöht zu sein.

Stufendiagnostik:

Stufe 1: Mutation c.1100delC im CHEK2-Gen
Stufe 2: Mutationsanalyse CHEK2-Gen zum Nachweis seltener Mutationen

Eine frühzeitige diagnostische Absicherung empfiehlt sich zur Prävention und zur Therapie von betroffenen Genträgern.

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