Analyten Molekulargenetik

Hypercholesterinämie, familiäre (APOB-Gen; Apo B-100)

OMIM: 227400
Diagnostik:

Sequenzierung
APOB-Gen

Material:

2 ml EDTA-Blut

Analysezeit: 1 - 2 Wochen
Formulare:  

Apolipoprotein B ist ein Bestandteil der Chylomikronen, VLDL, HDL und LDL. Als Ligand des LDL-Rezeptors erleichtert Apo B die Cholesterinabgabe an das Gewebe. Zusätzlich fördert Apo B die Cholesterinakkumulation in den Arterien durch Bindung an Proteoglykane der extrazellulären Matrix.

LDL wird über das Apolipoprotein B an den LDL-Rezeptor gebunden. Mutationen führen zu einer drastisch reduzierten Bindungsfähigkeit (FDB-familial defective ApoB). Das ApoB-Gen (Apolipoprotein B100-Gen) ist auf Chromosom 2p23-p24 lokalisiert. Die drei häufigsten Mutationen des ApoB100-Gens sind ApoB His3543Tyr (H3543Y), ApoB Arg3500Gln (R3500Q), ApoB Arg3531Cys (R3531C).

Der Phänotyp ist klinisch mit seiner erhöhten LDL-Konzentration, trotz unterschiedlichem Pathomechanismus, vom LDL-Rezeptor-Defekt häufig nicht unterscheidbar. Patienten mit Mutationen im LDL-Rezeptor zeigen meist eine Erhöhung des Cholesterinspiegels auf über 500 mg/dl. Patienten mit Mutationen im ApoB100-Gen zeigen heterozygot eher eine mäßige Erhöhung des Cholesterinspiegels bis zu 450 mg/dl, homozygot sind jedoch ebenfalls Werte von über 500 mg/dl möglich. Der Anstieg an atherogenem LDL führt zu einer Hyperlipoproteinämie vom Typ IIa. Ab dem 50. Lebensjahr haben Heterozygote zu 40% (Männer) und 20% (Frauen) eine koronare Herz-Krankheit entwickelt. Die Häufigkeit des familiären ApoB-100-Defektes ist mit 1:500 bis 1:700 (in Europa und Nord-Amerika) ähnlich der der familiären Hypercholesterinämie durch LDL-Rezeptor-Defekt.

Indikation:

  • Verdacht auf familiäre Hypercholesterinämie

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